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Nach dem kurzen Aufschwung in der unmittelbaren Nachkriegszeit begann der Abschied der „HCR“ vom Schienenverkehr. Dieser hatte einerseits politische Gründe. Andererseits genügten der überalterte Wagenpark und der Zustand einiger Streckenstücke zunehmend nicht mehr den Anforderungen der Fahrgäste.

Die operative Betriebsleitung der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel plante Anfang 1951 noch den Ausbau der verbliebenen eingleisigen Teilstücke in der Mont-Cenis-Straße bis zum Amtshaus in Sodingen, um eine dichtere Wagenfolge anbieten zu können.

Dafür jedoch hätten weitere Neubau-Fahrzeuge beschafft werden müssen. Abgesehen von den beiden 1949 beschafften Triebwagen war der Wagenpark überaltert. In Anlehnung an die vor dem Krieg übliche Bezeichnung der Linie als Linie „B“ hatte die Straßenbahn bei Fahrgästen und Personal den Spitznamen „Blitz und Bruchbahn“.

So fällt die Entscheidung, künftig vor allem in den Omnibusbetrieb zu investieren.

Als erstes Teilstück wird der überwiegend eingleisige Abschnitt zwischen Castrop und dem Amtshaus in Sodingen aufgrund des schlechten Zustandes der Triebwagen und der Gleisanlage am 31. Dezember 1951 stillgelegt.

Als Ersatz für die Straßenbahn fährt ab dem 1. Januar 1952 die Omnibuslinie 11 zwischen dem Bahnhof in Herne und dem Münsterplatz in Castrop. Diese wird so gut angenommen, dass zwischen Herne Bahnhof und dem Amtshaus in Sodingen ein höherer Tarif für den Omnibus berechnet wird, um eine gleichmäßige Verteilung der Fahrgäste auf den Omnibus und die parallel verkehrende Straßenbahn zu gewährleisten.

An der Stammstrecke zwischen Herne und dem Amtshaus in Sodingen hält die Straßenbahn gleichwohl fest. So werden 1952 und 1953 noch einmal rund 600 Meter Gleis zwischen der Haltestelle „Stamm“ und der Ausweiche „Möller“ am Betrieshof Sodingen erneuert.

Darüber hinaus gibt es den Versuch, die Einstellung der Straßenbahn zumindest bis zur Siedlung Teutoburgia rückgängig zu machen: Im Dezember 1953 wird die eingestellte Straßenbahnstrecke zur Ausweiche in der Siedlung Teutoburgia wieder in Betrieb genommen. Der Versuch zur Reaktivierung des Straßenbahnbetriebes wird im April 1954 abgebrochen, weil die erwarteten Fahrgäste ausblieben. 1955 werden die Gleise auf diesem Teilstück entfernt. Die noch gut erhaltenen Gleise werden an die Vestische Straßenbahnen GmbH verkauft.

Für die neue Endstelle in Sodingen wird ein kurzer Neubauabschnitt zwischen dem Amtshaus Sodingen und dem Bunker in Sodingen errichtet. Die Gesamtstrecke der Straßenbahn hatte jetzt lediglich eine Länge von 3,5 Kilometern.

Am 1. Januar 1954 wird das kommunale Unternehmen in eine privatrechtliche GmbH umgewandelt und firmiert fortan als „Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH“.

Der Fahrzeugpark der Straßenbahn wird 1955 durch die Übernahme gebrauchter Fahrzeuge aus Wiesbaden nochmals ergänzt. Grundsätzlich steht aber bereits mit Beschluß des Aufsichtsrates vom 4. November 1955 fest, dass die Straßenbahn bis 1960 eingestellt werden soll.

Am 30. September 1959 wird dieser Beschluß umgesetzt. Der Straßenbahnbetrieb der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH wird zugunsten der parallel verkehrenden Omnibuslinie 11 eingestellt.

Das Depot in Sodingen wurde zunächst als Wagenhalle für Omnibusse genutzt. Am 11. September 1959 hatte die Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH jedoch bereits den Grundstein für einen neuen Omnibusbetriebshof an der Straße „An der Linde“ in Herne-Börnig gelegt. Die alte Wagenhalle an der Straße „An der Rohde“ wird am 11. November 1960 verpachtet und im Oktober 1962 verkauft.

Heute ist der Betriebshof in Sodingen nicht mehr zu erkennen. An die Stelle der ehemaligen Wagenhallen trat nach deren Abbruch im Jahr 1980 eine moderne Wohnbebauung.