AMTMANN-WINTER-STRASSE

Vom Glückaufplatz wurde die Straßenbahntrasse in der zuvor allein von der Straßenbahn Recklinghausen – Herten – Wanne genutzten Bahnhofstraße doppelgleisig weitergeführt. Nach rund 250 Metern erreichte die Neubaustrecke die Einmündung der ebenfalls neu angelegten Winterstraße (seit 1933 Amtmann-Winter-Straße).

Die neue Straße war anfangs nicht bebaut. Erst 1926 wurde mit dem Neubau der Stadtsparkasse Wanne-Eickel das erste Gebäude errichtet. Das 1928 fertiggestellte Wohn- und Geschäftshaus steht heute unter Denkmalschutz. Die Entwürfe zeichnete das örtliche Architekturbüro Gobrecht & Revermann.

SPARKASSE UND ROTER BLOCK

Direkt im Anschluss an die Sparkasse gestalteten Gobrecht & Revermann ein Karree aus Mehrfamilienhäusern. Sie wurden zwischen 1927 und 1929 errichtet. Auch bei diesem Gebäudekomplex ließen sich die Architekten von den Prinzipien und Stilformen der Bauhaus-Architektur leiten. Im Volksmund wurde das Gebäude aufgrund der verklinkerten Fassaden schon bald als „Roter Block“ bezeichnet. Bauherr war der Gemeinnützige Bauverein Essen.

Gemeinsam mit der Linie 1 der Vestischen Kleinbahnen GmbH wurden die Linien 3 und 6 der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG von 1913 bis Anfang der 1950er-Jahre über die Winterstraße zum neuen Bahnhof geführt. Auf hier als Beitragsbild gezeigten, 1934 fotografierten Postkartenmotiv sehen wir Triebwagen 205 (Uerdingen 1913) im Einsatz auf der Linie 6 (Postkarte ohne Verlagsangabe – Sammlung Ludwig Schönefeld).

DURCH DEN PARK

Die Fortsetzung der Strecke von der Winterstraße zum Bahnhof wurde auf eigenem Bahnkörper trassiert. Die Gleise führten mitten durch eine zwischen dem Wanner Postamt und der Herner Straße angelegte Grünanlage, die als „Bahnhofsvorplatz“ bezeichnet wurde.

  • Die Trasse der Straßenbahn vom Bahnhof zur Amtmann-Winter-Straße in den Dreissiger Jahren.
    Postkarte ohne Verlagsangabe - Sammlung Ludwig Schönefeld