BOGESTRA 1900 BIS 1949

Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG (BOGESTRA) ist bis heute in Herne unterwegs. Ihr Wagenpark war so vielfältig, dass er hier in zwei Kapiteln vorgestellt wird.

WEYER-WAGEN

1900 und 1901 wurden von der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG bei der Waggonfabrik Weyer in Düsseldorf eine große Serie neuer Straßenbahnwagen beschafft (Triebwagen 58 und 59, 76 bis 102 und 120 bis 150). Sie hatten geschlossene Führerstände. Zu der damaligen Zeit Luxus für die Beschäftigten der öffentlichen Verkehrsmittel. Auch zu diesen Triebwagen gab es passende Beiwagen, allerdings mit unverglasten Plattformen (Beiwagen 251 bis 266, 296 und 297).

Allgemein vemisst wurden Sprengwagen. Sie sollten, so der Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger, den Staub auf den zumeist nur gewalzten Straßen mit Wasser binden. Der erste Sprengwagen wurde jedoch erst 1913 beschafft.

UERDINGER-WAGEN

Ebenfalls 1912/13 kommt noch eine große Serie von Trieb- und Beiwagen, die die Waggonfabrik Uerdingen liefert, in Fahrt (Triebwagen 170 bis 209 und 222 bis 251). Auch zu diesen Wagen gesellen sich in zwei Bauserien passende Beiwagen (Beiwagen 350 bis 383).

Nach dem Vorbild der Uerdinger-Triebwagen liefern die Dortmunder Union und die Mainzer Waggonfabrik Gastell drei weitere Serien (Union: Triebwagen 201 bis 221, Gastell: Triebwagen 252 bis 267 sowie Triebwagen 501 bis 530). Die dazu passend von der Waggonfabrik Gastell gelieferten Beiwagen (Beiwagen 272 bis 320) unterscheiden sich von ihren Vorgängern durch einen dreifenstrigen Wagenkasten.

GASTELL-WAGEN

Nachdem mit der Eirıführung der Reichsmark im August 1924 stabile Verhältnisse einkehren, wird auch der Wagenpark um neue und moderne Fahrzeuge ergänzt (Triebwagen 531 bis 546 und Beiwagen 384 bis 393 sowie 416 bis 435).

CREDE-WAGEN

1942 wird die letzte Vorkriegs-Fahrzeugserie von der Waggonfabrik Credé an die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG ausgeliefert (Triebwagen 550 bis 559). Die neuen Wagen werden auf den besonders prestigesträchtigen Linien eingesetzt: auf der Linie 8 zwischen Herne und Hattingen sowie auf der Linie 2 und der Schnellverkehrslinie 22 zwischen Bochum und Gelsenkirchen.

Drei weitere bauartgleiche Triebwagen und einige „Reservefahrgestelle“ liefert Credé aufgrund der Kriegsereignisse 1949 nach (Triebwagen 92 bis 94).

FUCHS-WAGEN


Um nach dem Kriegsende den dringend benötigten Fahrzeugpark zu decken, beschafft die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG bei der Waggonfabrik Fuchs in Heidelberg die sogenannten Kriegsstraßenbahnwagen (KSW – Triebwagen 95 bis 109, Beiwagen 300 bis 336). Die letzten Triebwagen der aus einfachen Materialien hergestellten und nur wenig Komfort bietenden Fahrzeuge blieben trotz der harten Holzsitze und der unfallträchtigen Schiebetüren bis 1976 als Einsatzwagen im Bestand.

AUFBAUWAGEN

Den „Fuchs-Wagen“ folgen 1948/49 die sogenannten „Aufbauwagen“. Die Benennung bezieht sich darauf, dass die Hersteller – die Düsseldorfer Waggonfabrik Düwag und die Westdeutschen Waggonfabriken in Köln (Westwaggon) – für diesen Wagentyp noch brauchbare Teile von recht neuen, aber kriegszerstörten Fahrzeugen verwendeten. Für die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG wurden die neuen Wagenkästen auf Gastell- und Credé-Fahrgestelle aufgesetzt. Die 13 Triebwagen (Triebwagen 110 bis 122) wurden vor allem im Bochumer Netz und damit auch auf den Strecken nach Herne und Wanne-Eickel eingesetzt.