BEGINN MIT OMNIBUSSEN

Es ist bemerkenswert, dass die Stadt Herne parallel zur Straßenbahn Herne – Sodingen auch die Gründung einer frühen Omnibusgesellschaft forcierte: der Herner Automobil-Omnibus-Gesellschaft mbH.

Mit drei in Dülken am Niederrhein gebraucht erworbenen Omnibussen wurde – gewissermaßen als Straßenbahn-Vorlaufbetrieb – bereits während der Bauzeit der Straßenbahn ein Linienverkehr von Herne nach Sodingen und Holthausen angeboten.

Die seit 1902 in Dülken eingesetzten Omnibusse waren entbehrlich geworden, nachdem man dort 1904 auf Anregung des Dülkener Bürgermeisters beschlossen hatte, eine Straßenbahnverbindung nach Viersen und Mönchengladbach zu bauen. Am 30. Oktober 1906 wurde diese Verbindung eröffnet, die Omnibusse wurden umgehend nach Herne weitergegeben.

Die Herner Omnibuslinie begann an der Wirtschaft Vogel in Herne und führte zur Wirtschaft Döhmann in Holthausen. Auf halbem Weg lag die Wirtschaft Wiesmann in Sodingen. Die Omniubsse verkehrten im Stundentakt von 6:30 Uhr am Vormittag bis 20 Uhr am Abend.

Mit der Eröffnung der Straßenbahnstrecke wurde der Omnibusverkehr bereits wieder eingestellt. Damit ist die Straßenbahn Herne – Sodingen das einzige Unternehmen im mittleren Ruhrgebiet, bei dem der Omnibus (zunächst) durch die Straßenbahn abgelöst wurde.

Die drei Omnibusse wurde in einem Lagerschuppen zur weiteren Verwendung abgestellt. Dieser geriet jedoch im Februar 1907 in Brand.

Fahrzeuge und Unterlagen der Gesellschaft wurden vernichtet. Das Unternehmen wurde daraufhin aufgelöst.

Das Beitragsbild zeigt zwei der drei Omnibusse, aufgenommen vermutlich noch beim Vorbesitzer, der „Verkehrsgesellschaft“ in Dülken (Bildarchiv der Stadt Herne). Wie zu erkennen ähnelten die Aufbauten sehr den in dieser Zeit gebauten Straßenbahnwagen. Sie waren mit Länksbänken ausgestattet, auf denen 12 Fahrgäste einen Platz fanden.

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