ZUM NEUEN BAHNHOF

Über viele Jahre mussten die Straßenbahnfahrgäste am Bahnhof Wanne weite Wege zurücklegen, um mit ihrem Gepäck von der Straßenbahn zu den Zügen zu gelangen.

Auf der Südseite befand sich die Endstelle der Bochumer Linie 6 vor dem Hotel „Kaiserhof“. Um zum Bahnhofsgebäude zu gelangen, mussten die Fahrgäste zwei Bahnübergänge passieren: Zunächst den niveaugleichen Übergang der Rheinischen Bahn, die am 25. März 1875 eine Strecke von Kray-Nord nach Wanne eröffnet hatte, dann den Übergang der Köln-Mindener-Strecke.

Die Endstellen der Gelsenkirchener Linie 3 und der aus Recklinghausen kommenden Linie 1 der Vestischen Kleinbahnen lagen auf der Nordseite der Station hinter den Gleisen der Emschertalbahn. Die Schranken waren aufgrund des hohen Zugaufkommens häufig und lange geschlossen.

Um den Bahnhof Wanne an das hohe Verkehrsaufkommen anzupassen, nahm die Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung einen gewaltigen Ausbau des Bahnhofs Wanne in Angriff. Für den Bau des neuen Hauptbahnhofs hatte man im Nordosten der alten Station weitläufige Flächen erworben.

Der Neubau ermöglichte nicht nur die Expansion der Bahnanlagen. Zugleich sollten die Trassen der Bahnlinien angehoben werden, um den Straßen- und Eisenbahnverkehr zu trennen.

NEUE UNTERFÜHRUNGEN

1901 konnte im Zusammenhang mit der Höherlegung der Rheinischen Bahn auf der Südseite der Station Wanne die erste Eisenbahnüberführung fertiggestellt werden. Die Bochumer Straßenbahnwagen konnten jetzt über die Endstelle am Hotel „Kaiserhof“ hinaus bis zum Bahnübergang der Köln-Mindener Strecke fahren. Das Gleis lag im Bereich der Eisenbahnüberführung zunächst am westlichen Straßenrand. Diese Situation dokumentiert das Titelbild dieses Beitrags (Postkarte ohne Verlagsangabe – Sammlung Ludwig Schönefeld).

Ab 1907 wurden auch die Trassen der Köln-Mindener Eisenbahn um mehrere Meter gehoben. Durch die gleichzeitige Absenkung des Straßenniveaus konnten die verbliebenen Bahnübergänge im Verlauf der Bahnhofstraße durch zwei Überführungen ersetzt werden. Von der ursprünglich noch separaten Rheinische Bahnstrecke wurde ein Verbindungsgleis zur Köln-Mindener Strecke gebaut. Die südliche der jetzt insgesamt drei Eisenbahnüberführungen diente fortan nur noch der Zufahrt zum Güterbahnhof.