AUS IN CASTROP

Nach dem kurzen Aufschwung in der unmittelbaren Nachkriegszeit begann der Abschied der vom Schienenverkehr. Dieser hatte sowohl politische als auch technische Gründe. Es war absehbar, dass der überalterte Wagenpark und der Zustand der Betriebsanlagen mittelfristig hohe Investitionen erfordert hätten.

Die Betriebsleitung der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel kämpfte für die Aufrechterhaltung des Schienenverkehrs. Sie plante Anfang 1951 noch den doppelgleisigen Ausbau der verbliebenen eingleisigen Abschnitte in der Mont-Cenis-Straße, um bis zum Amtshaus in Sodingen eine dichtere Wagenfolge anbieten zu können.

Dafür jedoch hätten weitere Neubau-Fahrzeuge beschafft werden müssen.

Am Ende fiel die Entscheidung, in einen reinen Omnibusbetrieb zu investieren.

BLITZ UND BRUCHBAHN

In Anlehnung an die vor dem Krieg übliche Bezeichnung der Linie als Linie „B“ hatte die Straßenbahn bei Fahrgästen und Personal den Spitznamen „Blitz und Bruchbahn“.

Dazu beigetragen hat sicher auch ein schwerer Unfall, der sich vermutlich 1950, kurz nach der Inbetriebnahme der Lenkdreiachser in Höhe des Abzweigs in die Vinckestraße in der Bahnhofstraße ereignete. Involviert waren Triebwagen 51 und Beiwagen 102, ein Omnibus der Bochum-Gelsenkirchener Strassenbahnen AG und ein Zug der Vestischen Strassenbahnen AG (Bildarchiv der Stadt Herne):

Tatsächlich hinterließen die Fahrzeuge in den letzten Jahren einen zunehmend schlechteren Gesamteindruck. Das belegt auch das am 23. Juni 1956 von Dieter Höltge am Bahnhof Herne aufgenommene Beitragsbild (Sammlung Stefan Höltge).

FRÜHES ENDE

Als erstes Teilstück wurde der überwiegend eingleisige Abschnitt zwischen Castrop und dem Amtshaus in Sodingen aufgrund des schlechten Zustandes der Altbau-Triebwagen und der Gleisanlage am 31. Dezember 1951 stillgelegt.

Als Ersatz für die Straßenbahn fuhr ab dem 1. Januar 1952 die Omnibuslinie 11 zwischen dem Bahnhof in Herne und dem Münsterplatz in Castrop. Diese wurde sehr gut angenommen. Zwischen Herne Bahnhof und dem Amtshaus in Sodingen wurde zeitweise sogar ein höherer Tarif für den Omnibus berechnet, um eine gleichmäßige Verteilung der Fahrgäste auf den Omnibus und die parallel verkehrende Straßenbahn zu gewährleisten.

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