GEMEINSAM IN HERNE

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In den Anfangsjahren des Straßenbahnverkehrs in Herne hatte jede Gesellschaft eine eigene Endstelle im Bereich der Innenstadt.

Die 1847 eröffnete Köln-Mindener Eisenbahn teilte trennte die Stadt in einen südlichen Teil, wo sich das aus dem Dorf Herne hervorgegangene Zentrum befand, und in einen nördlichen Teil, der sich aus der bis 1906 selbständigen Gemeinde Baukau entwickelt hatte.

Die Herner Bahnhofstraße verband den Süden und den Norden der Stadt. Der mit Schranken gesicherte niveaugleiche Bahnübergang wurde von den Zügen so intensiv frequentiert, dass an eine Verbindung der Endstelle der Straßenbahn Bochum – Herne im Süden mit der Endstelle der Straßenbahn Herne – Baukau -Recklinghausen im Norden nicht zu denken war.

Westlich und östlich des Bahnübergangs hatte die Eisenbahn ihre Gleisanlagen erheblich erweitert: Im Ostbahnhof wurden Ferngüterzüge zusammengestellt, der Westbahnhof war Haltepunkt für Pesonenzüge und diente außerdem dem Güternahverkehr. Im Westen mündeten drei eingleisige Güterbahnstrecken aus Bochum, Gelsenkirchen und Recklinghausen in die Hauptstrecke ein. Darüber hinaus waren elf Bergwerke und Fabriken an die Bahn angeschlossen.

1908 befuhren täglich 69 Personen- und Schnellzüge sowie 312 Güterzüge die Strecke – Rangierfahrten nicht mitgerechnet. Die Schranken am Bahnhof Herne blieben bis zu 45 Minuten geschlossen.

Um Fußgängern eine einfache Passage der Bahngleise zu ermöglichen, hatte man eine Brücke gebaut.

Die hier als Titelbild gezeigte Postkarte aus der Zeit um die Jahrhundertwende (Sammlung Bildarchiv der Stadt Herne) dokumentiert die Situation am Bahnhof. Hinter den Bahnschranken ist die Endstelle der Straßenbahn Bochum – Herne zu erkennen.

KATASTROPHALE VERHÄLTNISSE

Dem wachsenden Fuhrwerksverkehr auf der Straße war die Infrastruktur nicht mehr gewachsen. Im Laufe des Jahres 1907 forderte das Miniterium für öffentliche Arbeiten die Eisenbahn-Direktion Essen auf, mit der Stadt Herne Verhandlungen zur Verbesserung der katastrophalen Verkehrsverhältnisse aufzunehmen.

Nach langen Verhandlungen wurde beschlossen, die Bahnanlagen höher zu legen, um am Bahnhof Herne Raum für eine Straßenunterführung zu gewinnen. Gleichzeitig sollten die Gleisführung optimiert und ein neues Bahnhofsgebäude gebaut werden.

1911 wurden die ersten Gleisanlagen auf einem angeschütteten Damm verlegt, 1913 begannen die Arbeiten zur Tieferlegung der Bahnhofstraße und der Bau einer Unterführung mit einer lichten Weite von 18,5 Metern.

Im Dezember 1914 wurde das neue Bahnhofsgebäude eingeweiht. Dann jedoch verzögerte der Erste Weltkrieg die Arbeiten. Erst 1917 konnte der Bahnhofsumbau abgeschlossen werden.

Damit war der Weg frei, auch die Gleise der in Herne verkehrenden Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG, der Westfälischen Straßenbahn GmbH, der Straßenbahn Herne – Sodingen – Castrop und der Straßenbahn Herne – Recklinghausen am Bahnhof Herne zu verbinden. Die Interessen der beteiligten Unternehmen waren anfangs jedoch noch so divergierend, dass erneut mehrere Jahre vergingen, bis man sich 1921 einig wurde, die Stadtstraßen in Herne gemeinschaftlich zu nutzen.

Mit einem am 9. April 1921 geschlossenen Vertrag wurde vereinbart, die Strünkeder Straße und die Bahnhofstraße in Herne zweigleisig auszubauen. An diesen Hauptstrang sollten alle in Herne verkehrenden Straßenbahnlinien angeschlossen werden. Weiterhin einigten sich die Unternehmen, die Bahnanlagen jeweils ohne Entschädigung den anderen Straßenbahnbetrieben zur Verfügung zu stellen.