GÜTERVERKEHR

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Als Folge der Mobilmachung für den Ersten Weltkrieg wurden im gesamten Ruhrgebiet die wehrfähigen Männer zum Militärdienst verpflichtet. Darüber hinaus wurden Pferde und Fuhrwerke für den Militärdienst rekrutiert.

Am 5. Januar 1917 lud das Generalkommando des 7. Armeekorps in Münster die im Industrie- und Handelskammerbezirk Essen tätigen Industrieunternehmen, Bergwerke und Verkehrsnternehmen, ein, um die Möglichkeit von Güterverkehren über die Straßenbahnnetze zu erörtern. Die Westfälische Straßenbahn GmbH gehörte zu den ersten Verkehrsunternehmen im mittleren Ruhrgebiet, die das Thema aufgriffen.

Insbesondere die mittelständisch geprägte Industrie in Witten bemühte sich um den Bezug von Kohle von den Zechen im nördlichen Ruhrgebiet nachdem die lokalen Kohlevorkommen kaum ausreichend waren und einige Zechen aus der Frühzeit der Industrialisierung den Betrieb bereits eingestellt hatten.

GLASINDUSTRIE

Als zweiten Güterverkehrs-Kunde gewann die Westfälische Straßenbahn im Dezember 1917 die Glasfabrik Crengeldanz Gebr. Mühlenseifen GmbH in Witten gewonnen werden.

Sie hatte Interesse an der Belieferung mit Gasflammkohle. Entsprechende Vorkommen wurden von der Zeche Mont Cenis in Sodingen abgebaut, deren Betriebsgelände von der Straßenbahn Herne – Castrop – Rauxel erreicht werden konnte. Die Westfälische Straßenbahn GmbH bemühte sich darauf hin um das Einverständnis dieser Gesellschaft, die Kohlentransporte als Frachtführerin durchführen zu dürfen.

Im Februar 1918 wurde eine Umschlaganlage in Witten gebaut, einige Wochen später auch eine Umschlaganlage auf dem Gelände der Zeche Mont Cenis in Sodingen fertiggestellt. Das Gütergleis zweigte an der Ausweiche Hermannstraße vom Streckengleis der Straßenbahn Herne – Sodingen – Castrop ab.

Ein 100 Tonnen Kohle fassender Bunker auf dem Zechengelände ermöglichte die Verladung in die Straßenbahnwagen. Der Bunker selbst wurde mit Kohlehunden direkt vom Förderschacht über eine acht Meter hohe Rampe beschickt.

In Castrop entstand für den Kohleverkehr eine Verbindung zwischen der Straßenbahn Herne – Sodingen -Castrop und der Westfälischen Straßenbahn GmbH in Form eines allseitig befahrbaren Gleisdreiecks.

Bis Ende Dezember 1918 lieferte die Zeche Mont Cenis bereits 15.915 Tonnen Kohle an die Glasfabrik Crengeldanz.

Nach der Glasfabrik Crengeldanz konnten ab dem Frühjahr 1918 auch die Märkische Glashütte und die Glasfabrik Utermann & Co. in Annen als Kunden für Gasflammkohle der Zeche Mont Cenis gewonnen werden. Für diese Transporte kamen Selbstentladewagen zum Einsatz: Die Kohle wurde an der Haltestelle Rüdinghauserstraße abgekippt und dann mit Pferdefuhrwerken zu den Hüttenbetrieben transportiert.

EIN BESONDERES BILD

Das Titelbild zu diesem einleitenden Kapitel zum Güterverkehr mit der Straßenbahn hat eigentlich überhaupt nichts im engeren Sinne mit dem Straßenbahn-Güterverkehr zu tun. Es ist vielmehr eine ganz besondere Momentaufnahme: Triebwagen 28 der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG ist als „Sonderwagen“ mit einer Güterlore au der Bahnhofstraße unterwegs. Auf der Plattform stehen neben dem Fahrzeugführer ein Herr mit Frack und Fliege sowie ein kleiner Junge mit einem Strohhut.

Wenn Sie eine Idee haben, was der historische Hintergrund des Bildes gewesen sein könnte, melden Sie sich bitte bei webmaster@herner-nahverkehr.de.

Die Postkarte erschien im Verlag Franz Knaden, Bochum. Sie wurde mit freundlicherweise von Eberhard Brand, dem Ehrenvorsitzenden der Bochumer Kortum-Gesellschaft, zur Verfügung gestellt.