ZWEIGLEISIGER AUSBAU

Die enge Zusammenarbeit der Verkehrsunternehmen während des Gemeinschaftsverkehrs trug dazu bei, dass zwischen 1926 und dem Jahresende 1931 die Streckenführung auch im südlichen Bereich der Innenstadt optimiert werden konnte.

Diese „zweite Ausbaustufe des Gemeinschaftswerkes der Straßenbahnen“, so bezeichnet von Dr. Heinz-Otto Sieburg und Dr. Leo Reiners im 1956 erschienenen Jubiläumsband zum 50jährigen Bestehen der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel, begann 1926 mit dem zweigleisigen Ausbau der Strecke dieser Gesellschaft in der Mont-Cenis-Straße zwischen der Einmündung der Stammstraße in Herne und dem Betriebshof in Sodingen (Ausweiche Möller) sowie zwischen der Gemeinde Börnig und der Falkschule.

BAUARBEITEN IN DER BAHNHOFSTRASSE

Im Laufe des Jahres 1931 wurde auch die Bahnhofstraße zwischen dem heutigen Robert-Brauner-Platz und der evangelischen Hauptkirche zweigleisig ausgebaut. Gleichzeitig wurde die Straßenbahntrasse in die Straßenmitte verschoben. Dafür wurde die Straßenfläche von 7,50 auf 12 Meter verbreitert. Die ursprünglich vorhandenen Straßenbäume wurden gefällt, die 7 Meter breiten Bürgersteige wurden auf 2,25 Meter reduziert. – Heute hätte man in diesem Punkt sicher anders entschieden.

Für die Straßenbahn Herne – Recklinghausen wurde der Abzweig in die Vinckestraße zweigleisig ausgebaut. Dadurch entstand in der Vinckestraße eine großzügige doppelgleisige Endstelle mit Gleiswechsel, an der auch die Beiwagen umgekuppelt und abgestellt werden konnten.

Für die Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel entstand ein doppelgleisiger Abzweig von der Bahnhofstraße in die Mont-Cenis-Straße.

Die Gleisverbindung von der Hauptkirche über die Schul- und Vinckstraße blieb als Betriebsstrecke erhalten. Sie wurde später vorübergehend aufgegeben. Die Gleise blieben jedoch bis in die Nachkriegszeit liegen. Der U-Bahn-Bau in Herne führte in den 1970er-Jahren zu einer Reaktivierung der Trasse.

Am 6. November 1931 wurden die neuen Gleise in der Bahnhofstraße für alle in Herne verkehrenden Gesellschaften freigegeben.

Da die Gleisanlagen von der Bochum-Gelsenkirchener Strassenbahnen AG finanziert worden waren, mussten die Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel, die Straßenbahn Herne – Recklinghausen und die Westfälische Straßenbahn GmbH eine Nutzungsabgabe entrichten. Vor allem für die vom Konkurs bedrohte Westfälische Straßenbahn GmbH war das nicht unproblematisch.

Im operativen Ablauf blieb die 1921 vereinbarte Vorfahrtsregelung weiter in Kraft.

Das Beitragsbild zeigt die Bahnhofstraße während der 1931 aufgenommenen Ausbauarbeiten in Höhe der Einmündung der Mont-Cenis-Straße.

Auf dem nachfolgenden Bild sehen wir Triebwagen 11 der Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel auf dem Weg nach Castrop. Gut zu erkennen sind die zugunsten der breiten Fahrbahn reduzierten Bürgersteige und der verlorene Baumbestand.

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