VERPACHTUNG

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Alle Versuche, die Kommunale Straßenbahn in die schwarzen Zahlen fahren zu lassen, schlugen fehl. Der einzige Ausweg war die Angliederung der Gesellschaft an ein größeres Unternehmen.

Am 4. November 1912 lagen dem Verwaltungsausschuss der Kommunalen Straßenbahn Angebote der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahnen AG und der Westfälischen Straßenbahn GmbH vor. Nach langen Beratungen entschied der Verwaltungsausschuß zugunsten einer Verpachtung an die Westfälische Straßenbahn. Diese verpflichtete sich, weitere Strecken im Anschluss an die Straßenbahnlinie Herne – Höntrop zu bauen.

Die Westfälische Straßenbahn war 1912 aus dem Zusammenschluss der Bochum-Castroper Straßenbahn, Gerthe, der Märkischen Straßenbahn, Witten, und der Straßenbahn der Stadt Herne entstanden. Gesellschafter waren die an den Vorgängerbetrieben beteiligten Städte und Gemeinden.

Die Stadt Herne stimmte der Zusammenlegung der Straßenbahn-Betriebe unter der Bedingung zu, dass die Westfälische Straßenbahn die Straßenbahn Herne – Höntrop „auf dem zweckmäßigen Wege“ an den Bahnhof Herne heranführe und mit ihrem übrigen Netz verbinde: Bereits am 24. Mai 1912 war die am 21. Oktober 1908 eröffnete Straßenbahn der Stadt Herne in der Westfälischen Straßenbahn aufgegangen. Darüber hinaus hatte die Stadt Herne Interesse daran, die Strecke der Kommunalen Straßenbahn mit der auf Antrag Hernes von der Westfälischen Straßenbahn zu bauenden Straßenbahnlinie Herne, Vinckestraße – Horsthausen – Röllinghausen zu verbinden.

Auch die Stadt Wattenscheid erteilte ihre Zustimmung unter Auflagen: Sie verpflichtete die Westfälische Straßenbahn zum Bau einer Straßenbahnlinie vom Reichsbahnhof Wattenscheid nach Leithe sowie zur Verlängerung der Linie Herne – Höntrop bis zum Reichsbahnhof Höntrop.

Darüber hinaus verpflichtete sich die Westfälische Straßenbahn, die 1911 geplante Straßenbahnverbindung vom neuen Bahnhof Wanne über die Herner Straße nach Eickel II (Dorstener Straße) zu bauen und diese mit der Linie Herne -Höntrop zu verbinden. Für diese Verbindung hatte der Verwaltungsausschuß der Kommunalen Straßenbahn bereits im Frühjahr 1913 die Verlegung von 72 Meter Straßenbahngleis im Bereich der Straßenunterführung östlich vom neuen Bahnhof Wanne erwirkt.

Am 2. August 1913 genehmigte auch der Kreistag des Landkreises Gelsenkirchen die Verpachtung der Kommunalen Straßenbahn an die Westfälische Straßenbahn GmbH. Die übrigen Gesellschafter hatten bereits am 1. August 1913 rückwirkend zum 1. April 1913 für die Dauer der Konzession den Pachtvertrag vereinbart. Am 12. November 1913 wurde die Übergabe des Betriebes an die neue Betriebsführerin notariell beglaubigt.